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9. World Health Summit in Berlin fordert zum Handeln auf

20.10.2017

© World Health Summit / S. Kugler

Vom 15. bis 17. Oktober diskutierten mehr als 250 Sprecher in 47 Sessions über die drängendsten Probleme der weltweiten Gesundheitsversorgung und riefen die internationale Politik dazu auf, Lösungen zu finden.

Der World Health Summit steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und des Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker und gilt als das wichtigste strategische Forum für weltweite Gesundheitsfragen.

Zentrale Themen des World Health Summit 2017 waren die Gesundheitspolitik der G7/G20, die Entwicklung neuer Impfstoffe, Digitalisierung und Big Data, Gesundheitssicherheit, urbane Gesundheit sowie Afrika und die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sagte, globale Gesundheitspolitik sei zu einem Markenzeichen der internationalen Verantwortung Deutschlands geworden: "Dieser Verantwortung werden wir auch in Zukunft gerecht werden und globale Gesundheitspolitik aktiv mitgestalten. Dabei ist auch eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Politik mit Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Stiftungen und Wirtschaft wichtig."

Zwei Berliner Startups im Wettbewerbsfinale


Die entscheidende Rolle der Wissenschaft für die Gesundheitsversorgung der Menschen weltweit machte World Health Summit Präsident Detlev Ganten deutlich: "Wissenschaft übernimmt Verantwortung für die großen globalen Herausforderungen - von denen Gesundheit die wichtigste für jeden Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes ist." Um gute Ideen für die Gesundheitsversorgung der Zukunft ging es auch beim diesjährigen World Health Summit Startup Track. Insgesamt 70 Startups aus 25 Ländern hatten sich beworben, zehn Finalisten aus sechs Ländern stellten ihre Konzepte in einem Pitch vor. Unter den vier deutschen waren auch zwei Startups aus Berlin: Amparo und Fosanis. Amparo hat den Confidence Socket entwickelt, den ersten All-in-One Unterschenkel-Schaft. Damit können sich Unterschenkel-Amputierte während ihres gesamten Genesungsprozesses auf ein und dieselbe Prothese verlassen. Fosanis bietet Krebspatienten medizinische, psychologische und praktische Unterstützung. Das Startup Miamed mit seinem Nachschlagewerk und Lernprogramm "Amboss" für Mediziner hat ebenfalls einen Standort in Berlin. Platz eins belegte schließlich das Startup doctHERs aus Pakistan, das Frauen in strukturschwachen Regionen digital vernetzen und ihnen so besseren Zugang zu Gesundheitsversorgung bieten will.

Über alle Grenzen hinweg handeln


"Der World Health Summit hat so viele Entscheidungsträger aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und von NGOs zusammengebracht wie noch nie zuvor. Das ist eine gute Basis, auf der wir jetzt alle gemeinsam handeln müssen - über alle Grenzen hinweg", erklärte Detlev Ganten, Präsident des World Health Summit, zum Ende der Konferenz. Die M8 Allianz, das akademische Netzwerk des World Health Summit und ein Zusammenschluss aus 25 der wichtigsten akademischen Gesundheitszentren der Welt, forderte Politiker und Regierungen auf, mehr für die Weltgesundheit zu tun und zusammenzuarbeiten: "Gesundheit ist eine politische Entscheidung."

Um eine starke, verlässliche Gesundheitsversorgung weltweit zu garantieren, müssen globale Gesundheitsthemen ein zentrales Thema der nächsten G7/G20 Treffen sein. Darüber hinaus muss alles dafür getan werden, die Nachhaltigkeitsziele der UN zu erreichen. Der bestehende internationale Katastrophenschutz reicht nicht aus. Besonders die Sicherheit von Gesundheits- und Hilfskräften in Krisenregionen muss gewährleistet werden. Weltweit leben mehr als drei Milliarden Menschen in Städten - bis 2030 werden es nach UN-Schätzungen bis zu fünf Milliarden sein. Um ihre Gesundheit auch für die nächsten Generationen zu gewährleisten, müssen vor allem die sozialen Einflüsse auf Gesundheit berücksichtigt werden.

Weitere Infos unter:

www.worldhealthsummit.org

 

 

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